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Insolvenzverwalter - Zwangsverwalter Hannover News

Wie können Unternehmer jetzt eine Insolvenz Wegen Corona verhindern?

HAZ-Expertenforum:


Wie können Unternehmer jetzt eine Pleite wegen Corona verhindern?

Ein Experte beantwortet Fragen zum Thema Insolvenz


Wie verändert die Corona-Krise das Insolvenzrecht? Und wie kann ich eine Insolvenz verhindern? Noch immer haben die Hannoveraner viele Fragen zum Coronavirus. Hier lesen Sie die Antworten von Jens Wilhelm V, Experte für Insolvenzrecht.

Beim zweiten HAZ-Expertenforum zur Corona-Krise haben die HAZ mehr als 500 E-Mails erreicht. Dabei ging es auch um drohende Insolvenzen. Wann muss man diese anmelden? Wie kann man sie verhindern'? Und was bedeutet die Aussetzung einer lnsolvenzantragspflicht?


Hier finden Sie die Antworten von Jens Wilhelm V, Experte für Insolvenzrecht.


Ich betreibe ein kleines Modegeschäft und habe derzeit keine Einnahmen. Ich hoffe auf Unterstützung für Selbstständige. Ändert sich durch die Corona-Krise etwas am Insolvenzrecht?

Eine juristische Person, wie zum Beispiel eine GmbH, ist verpflichtet, innerhalb von drei Wochen einen Insolvenzantrag zu stellen. Diese Pflicht zur Stellung eines eigenen Insolvenzantrages (§15a InsO) ist nun bis zum 30. September 2020 ausgesetzt, sofern der
Insolvenzgrund auf den Auswirkungen der Covid-19-Pandemie beruht. Wenn Sie Ihr Geschäft als sogenannte natürliche Person betreiben, also selbst, bestand und besteht keine Pflicht zur Stellung eines Insolvenzantrages. Ferner dürfen Gläubiger ab dem 1.März 2020 drei Monate lang keinen Insolvenzantrag stellen, wenn der Insolvenzgrund auf den Folgen der Ausbreitung des Covid-19-Pandemie beruht.

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Insolvenzquoten bei Wilhelm & Kollegen deutlich besser als in der Branche üblich

Das Bundesamt für Statistik wertet fortlaufend die Insolvenzverfahren, insbesondere im Bereich der Insolvenzquoten, aus. Bei Insolvenzverfahren in Deutschland, die im Jahr 2011 eröffnet und bis Ende 2018 beendet wurden, mussten durchschnittlich gerechnet auf alle Verfahren die Gläubiger auf 96,2 % ihrer Forderungen verzichten, sie erhielten demnach durchschnittlich nur 3,8 % ihrer Forderungen zurück. Bei Insolvenzverfahren von Unternehmen lag die Insolvenzquote für diesen Zeitraum bei 6,1 %.

Quelle:

https://www.destatis.de/DE/Themen/Branchen-Unternehmen/Unternehmen/Gewerbemeldungen-Insolvenzen/insolvenzverfahren-bis-2018.html

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Corona-Krise Möglichkeiten und Hinweise

1. Wie kann auf einen Umsatzeinbruch und eine Reduzierung der Liquidität im Unternehmen reagiert werden?

 

1.1 Wie kann ich schnell die Liquidität verbessern

Neben ersten Maßnahmen, wie Anträge auf Kurzarbeitergeld (siehe weitere Ausführungen), muss sehr engmaschig eine Liquiditätsplanung aufgestellt und angepasst werden.

Hierzu sollten sinnvollerweise Lastschrifteinzüge widerrufen werden, um über jede Auszahlung individuell entscheiden zu können. Stundungsvereinbarungen mit einzelnen Gläubigern sind eine der Möglichkeiten, fällige Verbindlichkeiten hinauszuschieben.

Des Weiteren sollte von den vom Gesetzgeber schon eingeführten erleichterten Regelungen zur Stundung von Steuerzahlungen gegenüber der Finanzverwaltung bzw. Stundung von Sozialversicherungsbeiträgen gegenüber den jeweiligen Sozialversicherungsträgern Gebrauch gemacht werden. Wichtig ist, dass die Stundungsanträge vor Fälligkeit der jeweiligen Sozialversicherungsbeiträge etc. ausgebracht und idealerweise vorher entschieden werden. Die entsprechenden Arbeitsanweisungen in den Behörden lassen erkennen, dass Stundungsanträge, die im Ermessen der jeweiligen Behörde stehen, in dieser besonderen Krisensituation zugunsten des Unternehmens ausgelegt werden.

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Erfolgreiche Sanierung bei Fritzi aus Preussen

Am 30.12.2019 wurde das Insolvenzverfahren über das Vermögen der Fritzi GmbH in Eigenverwaltung eröffnet und Frau Rechtsanwältin Dr. Zulauf zur Sachwalterin bestellt. Das Unternehmen führte innerhalb weniger Wochen erfolgreich Gespräche mit Finanzinvestoren. Zu Ende Januar 2020 übernahm die EinsPlusVier GmbH mit Sitz in Hannover die für den Geschäftsbetrieb relevanten Verträge von der Fritzi GmbH, die unter anderem die Marke Fritzi aus Preussen nutzte. Nach der abgeschlossenen Übernahme wird der Standort weitergeführt und alle Arbeitsplätze bleiben erhalten.

Die relevanten Markenrechte für Fritzi aus Preussen lagen jedoch bei der Global Share GmbH bei der am 04.02.2020 das Insolvenzverfahren eröffnet und Herr Rechtsanwalt Jens Wilhelm V zum Insolvenzverwalter bestellt wurde. Schon im Vorfeld wurde nach intensiver Abstimmung aller Beteiligten über die Markenrechte an Fritz aus Preussen verhandelt und unverzüglich nach Insolvenzeröffnung die Markenrechte ebenfalls an die EinsPlusVier GmbH veräußert. Zusammen mit dem Unternehmen und der Sachwalterin ließen sich für alle Beteiligten sehr gute Lösungen erarbeiten und beide Unternehmen übertragend sanieren.

 

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